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Juliane Maibach

Leseprobe Schicksalsdunkel

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Leseprobe Schicksalsdunkel

Morgen ist es soweit: Schicksalsdunkel erscheint!! Seid ihr schon genauso aufgeregt wie ich? Jedenfalls kann ich es kaum erwarten, zu erfahren, wie euch das neue Buch gefallen wird. Teresa wird in diesem Band so einiges erleben; Geheimnisse werden aufgedeckt und Tess kommt einer ganz bestimmt Person auch deutlich näher. Für viel Gefühl ist also gesorgt. Und ich muss sagen, dass dieser Band einer meiner Lieblingsteile ist. Ich bin gespannt, ob es bei euch genauso sein wird. 😉

Für all jene, die für den Sonntag noch einen kleinen Lesehappen brauchen, gibt es nochmal eine Leseprobe:

 

»Ich fasse es einfach nicht«, knurrt Max mich an. »Ihr wart auf der Spendenfeier und habt nicht ein Wort gesagt?! Wisst ihr, dass die wichtigsten Clans der Schlüsselträgerwelt daran teilnehmen? Das ist die Chance, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.«

Kate und ich wechseln einen kurzen Blick.

»Tut mir wirklich leid«, bringe ich hervor. »Ich hatte ehrlich keine Ahnung. Und Kates Mom war schon nicht begeistert, dass ich mitgekommen bin.«

Max funkelt mich noch mal an, holt dann tief Luft und winkt ab. »Schon gut. Wenn es eine Möglichkeit gegeben hätte, hättet ihr sicher gefragt. Aber schade ist es trotzdem. Dafür müsst ihr jetzt ausführlich erzählen. Wer war alles da? Was gab es zu essen? Wie waren die Kleider? Oh, und habt ihr auch ein paar Hunter getroffen?«

Lucia wartet ebenfalls gespannt auf eine Antwort. Ich weiß nicht recht, was ich erwidern soll. »Ja, Hunter waren da«, beantworte ich eine ihrer Fragen. »Auch der Direktor und einige der Ratsmitglieder. Mr. Cunningham hat später noch eine kleine Rede gehalten und einen großzügigen Betrag gespendet.«

»Hat dich deine Mom ein paar Leuten vorstellen können? Es muss großartig sein, wenn die eigene Mutter solche Feiern organisiert«, schwärmt Max.

»Geht so«, erwidert Kate. »Aber ja, wir konnten uns mit ein paar Gästen unterhalten.«

»Nun lasst euch doch nicht alles aus der Nase ziehen«, murrt Lucia. »Wen habt ihr kennengelernt? Oh, und gab es auch Musik? Habt ihr getanzt?«

»Wir waren die meiste Zeit für uns, haben gegessen und sind durch den Raum gelaufen«, erkläre ich. »Mit anderen haben wir nicht viel gesprochen. Ganz kurz mit Mr. Cunningham.«

Nun klappt den beiden die Kinnlade runter und sie starren uns an. »Albert Cunningham? Der Patriarch der Cunningham-Familie?«, hakt Lucia nach.

»Ähm, ja«, erwidere ich.

»Du meine Güte! Das muss unglaublich gewesen sein«, meint Max.

»Geht so«, antworte ich mit einem Schulterzucken. »Er war ganz nett, das auf jeden Fall. Und er wirkte sehr bodenständig.«

Die beiden scheinen nicht zufrieden mit dieser Aussage zu sein. Max rollt mit den Augen, doch dann bleibt ihr Blick an etwas hinter mir hängen.

»Da ist Ayden«, stellt sie fest und nickt in seine Richtung. Er steht beim Durchgang, der ins Gebäude der Hunter führt, und trägt eine Umzugskiste in den Armen.

»Ich hole noch den Rest und bringe ihn anschließend in mein Zimmer. Wir sehen uns gleich«, sagt er zu einem jungen Mann, der ihm gegenübersteht. Es ist Ethan, der Restaurantbesitzer, der Ty, Kate und mir erst vor wenigen Wochen ein hervorragendes Essen spendiert hat. Was macht er hier? Auch er trägt eine Kiste, allerdings ist sie viel kleiner.

Max läuft sofort los und ruft nach Ayden, der sich umdreht.

Ich kann nur ein leises Schnauben von mir geben und frage mich, warum ich ihm schon wieder über den Weg laufen muss? Sofort sehe ich die Bilder vor mir: Er und Vicky eng umschlungen, wie sie sich leidenschaftlich küssen. Ich balle die Hände zu Fäusten und versuche, den Schmerz in meiner Brust niederzuringen.

»Ayden«, begrüßt Max ihn und schaut mit verwundertem Blick auf die Kiste in seinem Arm. »Ziehst du etwa in ein anderes Zimmer?«

»Nein«, antwortet er, »das sind Tys Sachen.«

»Oh«, sagt sie und legt ihm tröstend eine Hand auf den Oberarm. »Das ist sicher noch schwer für dich. Wenn du jemanden zum Reden brauchst, ich bin gerne für dich da.«

Ayden nickt nur. Ich weiß, dass er ihre Worte nur als leere Phrasen empfindet. Es lässt sich leicht an seinem distanzierten Blick und den Lippen erkennen, die eine Spur schmaler werden. Ich muss an Max’ Worte denken, als ich ihr von Tys Tod berichtet habe. Damals hat sie sich noch ganz anders angehört. Aber vermutlich will sie bei Ayden nicht denselben Fehler begehen wie bei mir.

»Du weißt, wir sind Freund und du kannst immer auf mich zählen.«

»Das ist nett, aber ich komm schon klar. Ich muss auch gleich weiter. Tys Eltern waren vorhin da und haben seine Sachen abgeholt. Ein paar Dinge, von denen sie glauben, dass sie für uns wichtig sein könnten, haben sie dagelassen. Ethan, Vicky und ich holen den Rest gerade.«

Max sieht zu Ethan, der noch immer bei ihnen steht, und schenkt ihm ein freundliches Lächeln. »Du bist kein Hunter, oder? Ich habe dich hier zumindest noch nie gesehen. Schön, dass Ty auch Freunde außerhalb der Schule hatte. Sein Tod hat mich sehr betroffen gemacht. Er war so ein guter Kerl. Wir haben viel über Ty gesprochen, stimmt’s nicht, Teresa?« Sie dreht sich zu mir um.

Ich runzele die Stirn und weiß nicht genau, auf was sie hinauswill.

»Na, jedenfalls ging es Teresa in letzter Zeit nicht so gut. Wir haben versucht, ihr so gut wie möglich zu helfen, und auch einiges unternommen, um sie auf andere Gedanken zu bringen. Ich denke, das könnte dir auch guttun.« Sie blinzelt Ayden an.

Doch er sieht jetzt zu mir hinüber. Mir wird heiß und kalt, mein Magen zieht sich zusammen. Ganz automatisch sehe ich zu seinen wundervollen Lippen, und da ist es wieder: Das Bild, wie er seine Hände um Vickys Rücken legt, sie fest an sich zieht, wie ihre Lippen aufeinanderliegen und zu einem feurigen Kuss verschmelzen. Ich muss wegschauen, um meine Wut, meine Enttäuschung zurückzuhalten.

»Danke, aber, wie gesagt, im Moment habe ich nicht viel Zeit«, antwortet er.

Doch so leicht lässt sich Max nicht abwimmeln. »Mein Bruder ist gerade in der Stadt. Er hat ein kleines Boot, mit dem wir aufs Meer fahren könnten. Wird dir sicher gefallen. Auf dem Wasser vergisst man einfach alles um sich herum. Es ist die pure Freiheit.«

»Danke für das Angebot, aber …« Es ist nur für den Bruchteil einer Sekunde, aber seine Augen wandern eindeutig erneut zu mir.

Max sieht sich zu mir um und meint: »Wenn es wegen Teresa ist, wir haben bereits darüber gesprochen. Sie hat nichts dagegen, wenn wir weiterhin befreundet sind. Ist es nicht so?«

Die Situation wird langsam wirklich unangenehm, und ich weiß nicht recht, was ich antworten soll. Natürlich kann Max weiterhin Kontakt zu ihm haben. Nur muss sie mich dabei derart in den Mittelpunkt rücken? Ich nicke also erst mal und füge ein »Klar, warum sollte es mich auch stören?« hinzu.

Ich bin nicht sicher, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich etwas in Aydens Miene verändert. Sie scheint kälter, düsterer zu werden. Plötzlich nickt er und sagt: »Wenn ich es mir recht überlege, so ein Tag auf dem Meer könnte ganz nett werden. Also, geht klar.«

Damit dreht er sich um, und Max ruft ihm hinterher: »Okay, super. Dann frage ich meinen Bruder, ob wir das Boot dieses Wochenende haben können.«

Ayden hebt die Hand als Zeichen der Zustimmung und verschwindet im Treppenhaus.

»Okay«, sagt Ethan, der das Ganze mitangesehen hat. »Das war etwas merkwürdig.«

Da kann ich ihm nur zustimmen.

»Keine Ahnung, was du meinst«, erwidert Max, die ein breites Grinsen aufgelegt hat.

»Ja, wie dem auch sei«, fährt Ethan fort und wendet sich mir zu. »Ich war gerade auf dem Weg zu dir.«

Ich runzele die Stirn und sehe ihn fragend an. »Warum das?«

Er reicht mir die kleine Kiste und erklärt: »Beim Ausräumen von Tys Zimmer haben wir das gefunden. Es ist auch ein Brief für dich dabei. Ty wollte dir wohl vor seinem Tod das hier geben.«

Ich schlucke schwer und starre auf die kleine Kiste in meinen Händen. Es ist überwältigend, und ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist eine letzte Botschaft von ihm. Eine allerletzte Nachricht von einem Freund. Was er mir wohl mitteilen wollte?

»Schau es dir in Ruhe an. Wenn was ist, ich bin noch eine Weile hier.« Er greift in seine Tasche und holt einen weiteren Gegenstand heraus: einen Schlüsselanhänger. Er ist aus durchsichtigem, dickem Glas und darin befinden sich ein kleines Blatt und etwas Sand.

»Ayden hat mir erzählt, dass Ty und du euch recht nahestandet«, sagt er zu Kate.

Sie nickt überrascht und schaut ihn fragend an.

»Der Schlüsselanhänger hat Ty gehört. Er hat ihn anfertigen lassen, als er bei den Huntern aufgenommen wurde. Das Blatt und der Sand darin stammen von dem Ort im Odyss, wo er Grey gefunden hat. Die beiden hatten eine wirklich tolle Verbindung, und Grey war ihm immer sehr wichtig.« Er schaut kurz zu der Schlange, die neben Kates Stuhl liegt, und ein sanftes Lächeln umspielt seine Lippen. »Ich denke, dass er die perfekte Nachfolgerin gefunden hat.«

Kate greift nach dem Anhänger und fährt mit den Fingern über das dicke Glas. »Danke. Du kannst dir nicht vorstellen, wie viel mir das bedeutet.«

Ethan nickt. »Ayden und ich dachten, du solltest ihn bekommen.«

Ich bin mir sicher, dass Ayden den Vorschlag gemacht hat, denn Ethan wusste sicher nicht mal, dass Ty und Kate sich ab und an getroffen haben. Das rechne ich ihm hoch an, denn man sieht, wie gerührt Kate von dieser Geste ist. Vorsichtig schließt sie beide Hände um den Anhänger und behütet ihn wie einen Schatz.

»Also, ich mache dann mal weiter. Wie gesagt, wenn was ist …« Ethan winkt noch einmal zum Abschied.

Ich halte die Kiste fest in meinen Händen und frage Kate: »Willst du mitkommen?«

Sie zögert kurz, doch dann schüttelt sie den Kopf. »Sieh es dir erst mal alleine an. Es ist für dich bestimmt.«

Ich weiß, dass es schwer für sie sein muss. Immerhin hat Ty ihr sehr viel bedeutet. Aber vermutlich hat sie recht. Ich werde ihr den Inhalt der Kiste sicher später noch zeigen können.

Und so gehe ich mit schnellen Schritten in mein Zimmer, setze mich an meinen Schreibtisch und stelle die Kiste ab. Bevor ich sie öffne, atme ich einige Male tief durch. Tys Gesicht kommt mir in den Sinn, seine Stimme, sein Lachen. Es tut so weh, dass er nicht mehr da ist, und Tränen treten mir in die Augen.

Ganz langsam strecke ich die Hände aus und lege sie um den Deckel. Schließlich hebe ich ihn an und finde darin nur ein Blatt Papier. Ich nehme es heraus und beginne, die wenigen Zeilen zu lesen.

Teresa,

Du wunderst dich bestimmt, warum ich Dir einen Brief schreibe und Dir das alles nicht einfach persönlich sage. Vielleicht liegt es daran, dass ich fürchte, mir könnten die richtigen Worte fehlen – oder letztendlich doch der Mut, Dir alles zu erzählen. Aber es wird Zeit.

Noch immer tut mir die Sache mit Ayden wahnsinnig leid. Hin und wieder frage ich mich, ob ich irgendetwas hätte tun können, damit alles anders gelaufen wäre? Vielleicht hätte ich mich weniger einmischen sollen. In jedem Fall sind wir uns wohl einig, dass ich diesen Kinobesuch nicht hätte einfädeln dürfen. Das war im Nachhinein wohl ein echter Fehlschuss. Aber ich habe es wirklich gut gemeint. Ich glaube weiterhin, dass ihr einander guttun würdet. Aber leider ist Ayden ein echter Sturkopf und kann nicht so leicht aus seiner Haut. Du bist ihm in der Hinsicht übrigens gar nicht so unähnlich.

Nun ja, offenbar will er lieber an alten Mustern festhalten, und ich kann verstehen, dass Du da nicht mehr länger mitmachen willst. Das ist sicher auch das Beste für Dich. Dennoch möchte ich Dir ein paar Dinge erklären, die sicher nichts entschuldigen, aber vielleicht das eine oder andere in ein verständlicheres Licht rücken.

Du findest die Gegenstände dazu in der Kiste.

Ich schaue auf und suche noch mal in der Schachtel, aber sie ist leer. Ich taste mit den Fingern nach einem verborgenen Fach – nichts. Was soll das? Hat irgendwer die Sachen bereits herausgenommen?

Ich lese weiter und finde die Antwort.

Nun ja, ganz so leicht mache ich es Dir natürlich nicht. Ich muss oft an die Erlebnisse mit Dir zurückdenken, und eines vergesse ich dabei nie: Deine angeekelte Miene, als ich Dir von dem Blutsiegel erzählt habe. Das war einfach herrlich. Also, zu Deiner absoluten Freude – oder wohl eher zu meiner eigenen – habe ich ein Blutsiegel für Dich entworfen. Und nicht nur irgendeines, sondern gleich ein doppeltes.

Viel Spaß

Ty

PS: Wenn du den Inhalt gesehen hast, komm zu mir. Dann erzähle ich Dir alles.

Ich wische mir die Tränen von den Wangen und muss tief durchatmen, um mich wieder in den Griff zu bekommen. Immer und immer wieder schaue ich auf Tys Zeilen, die geschwungene Handschrift, seine letzten Worte an mich. Er wollte mir etwas erzählen und ist nicht mehr dazu gekommen. Ich frage mich, was es war und ob mir der Inhalt der Kiste tatsächlich helfen wird, eine Antwort darauf zu finden.

Noch mal lese ich die Zeilen, in denen Ty von dem Blutsiegel spricht, und muss grinsen. So typisch, dass er sich daraus einen Spaß macht. Ich habe keine Ahnung, was ein doppeltes Blutsiegel ist, bin mir aber sicher, dass ich es herausfinden werde.

Also steche ich mir mit einer Nadel in den Finger und warte, bis sich ein Blutstropfen gebildet hat. Anschließend lasse ich ihn in die Kiste fallen, doch erst mal geschieht nichts. Ich versuche es mit einem zweiten Tropfen, aber das Ergebnis bleibt dasselbe: In dem Karton herrscht gähnende Leere. Braucht es noch mehr Blut? Oder muss der Tropfen an einer anderen Stelle landen? Auch das versuche ich. Wieder nichts. Ich sehe auf den Brief und mir kommt eine Idee: Ty hat mir zwei Gegenstände hinterlassen. Den Brief und die Kiste – passend zu zwei Blutstropfen. Also lasse ich den nächsten Tropfen auf das Papier fallen. Kaum hat mein Blut dieses berührt, beginnt ein Licht in der Kiste zu glühen. Es wird immer heller, und etwas formt sich darin. Ich kann es zunächst nicht richtig erkennen, doch als das Leuchten plötzlich verschwindet, liegen da mehrere Fotos.

Ich greife danach und bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Auf dem ersten Bild sind Vicky, Ty und Ayden zu sehen. Vom Alter her scheinen sie etwas jünger als heute zu sein. Sie sitzen ganz nah beieinander, Vicky hat den Arm um die beiden geschlungen, und alle grinsen ausgelassen in die Kamera. Auf dem nächsten ist eine weitere Person abgebildet: Ethan. Die vier sitzen auf einem Sofa, und Ethan zieht eine Grimasse. Vicky scheint sich darüber halb totzulachen, was so gar nicht zu ihr passen will. Ich hätte nicht gedacht, dass sie sich über so einen Blödsinn amüsieren könnte. Die anderen Fotos zeigen Ähnliches: Die vier stehen am Meer, sind in der Mall unterwegs, verbringen Zeit miteinander und haben Spaß. Ich habe nicht gewusst, dass sie eine Art Clique waren und offenbar alles zusammen gemacht haben. Dennoch frage ich mich, was Ty mir damit sagen wollte. Und dann sehe ich das nächste Foto und halte kurz die Luft an: Ethan und Vicky. Sie stehen am Pier, der Wind spielt mit ihren Haaren, sie sind in das Licht der untergehenden Abendsonne getaucht, halten einander und küssen sich.

»Die beiden waren ein Paar?«, frage ich in die Leere meines Zimmers hinein. Oder hatte sie etwas Unverfängliches mit ihm laufen, wie es bei Ayden der Fall ist? Ich bin mir nicht sicher. Aber als ich zwei weitere Bilder finde, die die beiden händchenhaltend oder kuschelnd zeigen, verstärkt sich mein Verdacht. »Sie waren zusammen.«

Vicky wirkt so gelöst, so frei. Auf jedem Foto liegt ein strahlendes Lächeln auf ihren Lippen. Sie sieht glücklich aus. Warum ist sie es jetzt nicht mehr?

Ich schaue mir die letzten beiden Bilder an, und mein Magen zieht sich zusammen: Das ist die Vicky, wie ich sie heute kenne. Sie sitzt auf einer Parkbank, hinter ihr leuchten die Blätter in satten Gold- und Rottönen. Ihre Miene wirkt steinern, ihre Lippen sind schmal, der Blick geht nachdenklich in die Ferne. Auf dem letzten Foto liegt sie in Aydens Armen auf einem Sofa. Sie hat sich fest an ihn geschmiegt, und er haucht ihr einen Kuss aufs Haar. Diese Aufnahme strahlt eine derart tiefe Verbundenheit aus, dass ich mich für einen Moment frage, wie ich hatte annehmen können, je Platz an seiner Seite zu finden? Vicky wird immer um ihn sein. Ist es das, was Ty mir sagen wollte? Offenbar war sie mal mit Ethan zusammen, aber das scheint nicht lange gehalten zu haben. Irgendwann haben Ayden und Vicky sich gefunden, und dieses Band wird wohl durch nichts zu zerstören sein. Ich schlucke schwer, lege die Bilder zurück in die Kiste, hebe sie hoch und mache mich auf den Weg.

 

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