Reisebericht Teil 2: San Francisco

 02. November 2014

Reisebericht Teil 2:

San Francisco – Ich geh dann mal die Fische füttern

Exif_JPEG_PICTURESan Francisco ist eine unglaublich schöne Stadt. Ich war bereits als Kind einmal zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder dort. Seither wollte ich immer mal wieder dorthin. Umso schöner, dass wir während unserer Hochzeitsreise einige Tage dort verbringen konnten. Ich wollte auch unbedingt in dasselbe Hotel wie damals: Das Fairmont ist wirklich wunderschön und hatte mich damals mit seinen eindrucksvollen Hallen, der atemberaubenden Fassade und den herrlichen Zimmern ganz begeistert.

Es gibt wirklich etliche Sehenswürdigkeiten in San Francisco, von denen wir einen großen Teil angeschaut haben. Unser erster Weg führte uns durch Chinatown. Exif_JPEG_PICTUREEs ist wie eine andere Welt. Man geht nur ein paar Straßen und steht plötzlich inmitten von Geschäften und Häusern, in denen man die exotischsten Dinge kaufen kann. Alle Schilder sind auf chinesisch geschrieben, was das Einkaufen teilweise doch etwas erschwert. Man findet eine Menge chinesischer Apotheken und auch Lebensmittelgeschäfte, die sehr viel getrocknete Dinge wie Fisch, Algen und Pilze anbieten. Beim Großteil war mir allerdings vollkommen unklar, was da in der Auslage lag. Es war auf jeden Fall ein Erlebnis wert und wir sind immer wieder sehr gerne durch Chinatown gegangen.

Ein weiteres Highlight war sicherlich das Aquarium of the Bay, wo man unter anderem durch durchsichtige Unterwassertunnel geht, so dass direkt über einem die Fische, Haie und Wasserschildkröten schwimmen. Es war wirklich eindrucksvoll sich inmitten all dieser Tiere zu befinden und sie anschauen zu können.Exif_JPEG_PICTUREExif_JPEG_PICTURE

Auf den Besuch des Coit Towers hatte ich mich ebenfalls sehr gefreut. Der Turm steht mitten auf dem Telegraph Hill. Exif_JPEG_PICTUREDem Namen nach könnt ihr schon entnehmen, dass der Weg dorthin recht anstrengend war. Die steilen Straßen waren wirklich kräftezehrend, hat man das dann aber endlich geschafft … geht es hinauf auf den Telegraph Hill, was nochmals ziemlich anstrengend ist, zumal es gegen Mittag immer recht heiß wird. Als wir dann endlich am Tower ankamen, wollten wir natürlich auch auf die Spitze. Normalerweise gibt es einen Aufzug, der einen hinaufbringt, doch wir hatten ganz besonderes Glück: Exif_JPEG_PICTUREDer Aufzug war defekt und wir mussten die unzähligen Stufen zu Fuß gehen. Die Angestellten haben jeden Besucher gleich zu Beginn gewarnt, man müsse sehr fit sein, um hochlaufen zu können. So kam es dann auch, dass wir unterwegs an etlichen Leuten vorbei kamen, die stehen bleiben mussten, um nach Luft zu schnappen. Aber der Ausblick war alle Anstrengungen wert. Man hatte eine rundum Sicht auf San Francisco. Man konnte den Hafen sehen, Alcatraz, die Bay Bridge und natürlich die Golden Gate Bridge. Es war ein einmaliger Anblick.

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Natürlich ist der Besuch der Golden Gate Bridge ein absolutes Muss. So machten wir uns ebenfalls auf den Weg dorthin; es dauerte allerdings ein paar Stunden, bis wir sie erreicht hatten. Anschließend gingen wir unter der Brücke hindurch und folgten den Pfaden am Bakers Beach.Exif_JPEG_PICTURE Unterwegs hatte man wirklich viele Möglichkeiten die Brücke aus den verschiedensten Sichtwinkeln und Aussichtspunkten zu sehen, beispielsweise auf einem Steg im Wasser oder auf dem Lands End. Exif_JPEG_PICTURE

Danach nahmen wir den Weg in Richtung Seal Rocks, wo man stets an der Küste auf wundervollen Pfaden entlang wandert. Nachdem wir auch dieses Ziel erreicht hatten (jedoch keine Seelöwen zu sehen waren), machten wir uns auf zum Golden Gate Park. Dort soll es einen tollen botanischen Garten, einen japanischen Teegarten, Museen, Windmühlen und Büffel geben. Letztere beiden Dinge haben wir tatsächlich gefunden, den Rest leider nicht. Der Park ist so unglaublich groß, dass wir uns heillos darin verlaufen haben. Selbst das Navigieren per Handy war sinnlos. Nachdem wir an diesem Tag fast 50 km gelaufen sind, hatten wir auch irgendwann keine Muse mehr, um weiter zu suchen. So gaben wir es schließlich auf und machten uns auf den Weg zurück ins Hotel.

Als nächstes besuchten wir Little Italy, wo man auch hervorragend essen kann. Exif_JPEG_PICTUREEs gibt dort ganz wundervolle Geschäfte und auch tolle Patisserien. Gegen Abend besuchten wir Japan Town, was ein großer Wunsch von mir war. Ich bin als Kind mit Animes aufgewachsen, später als Jugendliche kamen Mangas hinzu, so dass ich schon immer ein Faible für Japan hatte.Auch dieser Teil von San Francisco ist eine ganz eigne Welt. Es gibt ganze Supermärkte, wo nur japanische Waren verkauft werden, so dass man oftmals vor den Sachen steht und sich fragt, was das eigentlich ist. Es gibt riesige Bücherläden, in denen man unzählige Mangas, Animes und Fan Merchandise Artikel kaufen kann. Aber auch die Boutiquen waren ein Erlebnis für sich: Dort gibt es wirklich tolle Kostüme, die sicher jedes Cosplayer Herz höher schlagen lassen.

Natürlich mussten wir auch einmal japanisch essen gehen. Wir fanden ein Restaurant, das sogar mit einem Stern ausgezeichnet war. Man konnte sich wirklich vorstellen, dass so ein kleiner Laden irgendwo in einer hübschen Straße in Tokio zu finden ist. Exif_JPEG_PICTUREAuf der linken Seite befand sich die Küche, mit dem langen Kochfeld, auf der rechten standen die Tische. Das Gebäude war aus Holz und mit typischen Schiebetüren versehen. Das Essen war wirklich lecker. Ich habe endlich mal Ramen essen können und durfte auch das Okonomiyaki meines Manns probieren. Es war so lecker!! Schade, dass es in meiner Heimatstadt nicht solche Restaurants gibt -.-

In der Nähe der Küste findet man den Fisherman´s Wharf, der eigentlich genau genommen am Pier 39 liegt. Aber auch die anderen Piers sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Es gibt dort wahnsinnig leckere Seafood Restaurants, von denen wir auch einige besucht haben. Am Fisherman´s Wharf selbst, fühlt man sich ein wenig in einen Vergnügungspark versetzt. Es gibt ein paar Fahrgeschäfte, jede Menge Stände an denen Hot Dogs, softe Brezeln (sie sind vollkommen verknautscht und sehen aus als hätten sie mehrere Tage im Wasser gelegen), Eis und natürlich Corn Dogs verkauft werden. Ansonsten gibt es eine Menge Restaurants, von denen aber einige wirklich nicht schlecht aussahen. Exif_JPEG_PICTURE Exif_JPEG_PICTUREWas mich dort aber hingezogen hat, waren natürlich die Seelöwen, die sich auf einigen im Meer treibenden Holzplattformen niedergelassen haben. Man ist ihnen ganz nah und kann sie von einem Steg aus beobachten, der vielleicht 20 Meter entfernt liegt. Die Seelöwen selbst haben einen unglaublichen Lärm veranstaltet und ich muss auch zugeben, dass sie doch ziemlich stark gerochen haben. Als Haustier sind sie also nicht unbedingt geeignet. Dennoch fand ich es unwahrscheinlich schön, die Tiere so nah beobachten zu können, wie sie aus dem Wasser schossen, sich auf die Plattformen legten, in der Sonne dösten oder miteinander herumtollten.

An unserem vorletzten Tag in San Francisco wollten wir noch etwas ganz Besonderes unternehmen und entschlossen uns an einer Whale Watching Tour teilzunehmen. Im Vorfeld wurde uns mit auf den Weg gegeben sich bloß möglichst dick anzuziehen, am besten mehrere Pullover und eine Jacke. Entsprechend verwundert waren wir, als wir auf die anderen Teilnehmer trafen, die fast alle in kurzärmeligen T-Shirts, Shorts, Tank Tops und Sandalen ankamen. Ich kann nur so viel sagen, sie haben ihre Entscheidung später bitter bereut.

Zu Beginn waren wir alle noch bester Stimmung, wir fuhren unter der Golden Gate Bridge durch und kamen schließlich aufs offene Meer, wo wir bereits die ersten Seelöwen und schließlich sogar einen Mondfisch sahen. Exif_JPEG_PICTUREEs war allerdings kaum die erste Stunde um, da hingen schon die ersten beiden Passagiere über der Reling, um sich mit gequältem Gesicht zu übergeben. Je mehr Zeit verstrich, desto mehr Leute kamen dazu, so dass sehr bald keiner mehr nach irgendwelchen Walen Ausschau hielt. Die Tour-Leiterin versuchte zu retten was zu retten war und verteilte im Akkord Ingwer Bonbons und Ingwer Getränke. Es half allerdings nichts. Schließlich war auch mein Mann soweit und musste sich übergeben.

Ich fühlte mich auch immer unwohler, das ständige Geschwanke und die eiskalten Wellen, die einem wie ein Brett entgegenschlugen und durchnässten, setzten mir ebenfalls zu. Ich bin schon einige Male mit einem Boot oder Schiff gefahren, bis auf einmal auf Hawaii war es mir auch immer bekommen. Dieses Mal aber nicht. Eine ältere Frau hatte sich (trotz Warnung der Tour – Leiterin) in die Kabine zurückgezogen. Dort soll einem aber ganz besonders schlecht werden. Man musste sie stützen, um sie herauszuholen und dafür wurde das Boot angehalten. Jetzt war das Schaukeln und Wackeln nicht mehr zu ertragen. Im Grunde muss es ein lustiger Anblick gewesen sein: Kaum war der Motor des Boots aus, stürzten an die 20 Leute zur Reling, um sich eins ums andere Mal zu übergeben. Es wurde leider auch nicht besser, als das Schiff wieder los fuhr. Die ersten hatten bereits nichts mehr im Magen und packten darum ihre Sandwiches und Chips aus, die sie genüsslich verspeisten, nur damit sie wenig später wieder etwas hatten, mit dem sie die Fische füttern konnten. Es ist mir noch heute ein Rätsel, wie man essen kann, wenn man sich nur kurz zuvor übergeben hat.

Nach über fünf Stunden war auch ich am Ende. Am Horizont tauchten die Wale auf, doch ich hing über der Reling und spuckte. Im Grunde hatten nur sehr wenig Leute Blick für diese wundervollen Giganten, die man in einigen hundert Meter Entfernung wohl sehen konnte. Zumindest entnahm ich das den Wortfetzen, die ich mitbekam. Näher kamen wir den Tieren nicht, was ich eigentlich ganz gut finde, da die Boote immer genügend Abstand halten, um die Wale nicht zu stören.

Vollkommen durchnässt, zitternd und mit einer ekelhaften Salzkruste überzogen – mit der man dank der vielen Wellen, die einem ins Gesicht und über Körper klatschten – paniert war, fuhren wir schließlich zurück. Und ich war wirklich nicht die einzige, die sich ein schnelles Ende herbeigesehnt hatte, sich am liebsten auf den Boden geworfen und geküsst hätte, als wir wieder festen Boden unter uns spürten. Wobei fester Boden auch übertrieben war: Ich hatte noch Stunden danach das Gefühl, der Untergrund würde sich in sanften Wellen hin und herbewegen. Auf jeden Fall war dieser Tag unvergesslich und wird mir für immer eine Warnung sein. 😉

Den dritten Teil meines kleinen Reiseberichts, bekommt ihr in den nächsten Tagen. Dann berichte ich euch wie es in Las Vegas war. 😉 Ich sag nur eins: HEISS

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