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Neue Leseprobe Schicksalsdunkel

Na, seid ihr schon gespannt?

In 8 Tagen ist es soweit und der 4. Band der Schicksalsreihe erscheint. Ich bin schon so gespannt, wie euch die Geschichte gefallen wird und freue mich wahnsinnig auf die Veröffentlichung. Heute habe ich einen neuen, kleinen Textausschnitt für euch. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

 

Ich nicke, beuge mich zu Yoru runter und streichele durch sein warmes Fell. »Na, was meinst du? Wollen wir anfangen?«

Mein kleiner Fuchs sieht mich aufmerksam an, jeder Muskel ist gespannt, als wollte er mir mitteilen, dass er bereit ist. Ich schicke ihm Odeon, und sogleich verwandelt er sich. Er wird größer, Symbole erscheinen auf seiner Stirn und kleine Flammen züngeln um ihn herum durch die Luft. Yoru steckt voller Tatendrang, begibt sich in Angriffsposition und wartet auf meinen ersten Befehl. Sofort muss ich an unseren letzten Kampf und damit an Ty denken – an seinen Tod, für den ich mich noch immer verantwortlich fühle. Niemals mehr will ich versagen und in einem Kampf auf die Hilfe eines anderen angewiesen sein. Ich muss stark sein. Yoru und ich müssen eine Einheit werden.

Yoru wächst, während ich ihm immer mehr Odeon sende, seine Krallen werden länger, die Flammen heißer und lodernder. Eigentlich müsste mein Puls aufgrund der Anstrengung rasen, mein Herz kurz vorm Explodieren stehen. Doch ich fühle mich absolut ruhig und hoch konzentriert. In meinem Kopf herrscht nur noch der Drang, stärker zu werden. Ich will nicht mehr beschützt werden, sondern für mich selbst einstehen. Und je eher ich das lerne, desto besser. All die Belastungen der letzten Zeit, die vielen schrecklichen Gefühle, die Trauer … es ist, als würden sie aus meiner Seele gebrannt werden. Kaum habe ich diesen Gedanken in meinem Kopf, spüre ich auch schon die Hitze, die durch meine Finger rauscht. Und da sind sie: Kleine Flammen, die um meine Fingerspitzen züngeln.

»Miss Franklin, was machen Sie da?«, donnert die Stimme von Mr. Laydon durch die Halle. Ich spüre, dass er zu mir herüberkommt, und weiß, dass ich aufhören sollte. Aber es ist mir gleichgültig. Ich fühle mich so gut wie lange nicht mehr. Es ist pure Freiheit, die mich ruft und dazu drängt weiterzugehen. Ich will dieses berauschende Gefühl niemals mehr verlieren.

Plötzlich liegen warme Finger auf den meinen. Ich kann die Hitze spüren, die sie ausstrahlen und sich mit der Kraft meiner eignen Flammen vermischt.

»Ich weiß, dass es sehr verlockend erscheint. Du willst all das Leid von deiner Seele löschen und diese Leichtigkeit in dir spüren. Aber es ist ein schmaler Grat, und schnell ist man zu weit gegangen. Dann gibt es kein Zurück mehr. Glaub mir, das hier ist keine Lösung.« Aydens Stimme ist mindestens so sanft wie die Berührung seiner Hand. Er steht genau hinter mir, sein Atem streicht über meinen Nacken. Ein Teil von mir weiß, dass er recht hat, und trotzdem ist da dieses unbändige Verlangen weiterzugehen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich beiße mir auf die Unterlippe und kann mich zu keiner Entscheidung durchringen.

»Teresa«, haucht Ayden, »mir ist klar, dass in letzter Zeit viel passiert ist und es schwer für dich war. Dieser Weg mag dir wie der richtige erscheinen. Er wirkt so leicht und lässt dich alles Schreckliche vergessen. Aber manche Dinge und vor allem bestimmte Menschen sind es wert, dass man um sie trauert und die schlechten Gefühle zulässt. Du bist stark, du wirst damit zurechtkommen.«

Tys Bild blitzt vor meinen Augen auf, ich sehe ihn in den Flammen versinken, seinen Sarg, der in die Erde hinabgelassen wird. Mr. Brian, der mir vorwirft, wie meine Großtante zu sein. Und dann Ayden, wie er in meinem Zimmer steht, nachdem wir die Nacht miteinander verbracht haben, und einfach geht. Das alles tut weh. Mehr als ich in Worte fassen kann. Ich blicke zu Yoru, der noch immer verwandelt vor mir steht und größer, dunkler wirkt, als ich ihn je zuvor gesehen habe. Er schaut mich abwartend an, ist sich wohl ebenso unsicher wie ich, was nun geschehen wird. Aber ich merke auch, dass er zu allem bereit ist.

Bildquelle: Pixabay

Leseprobe Schicksalsdunkel

Nur noch etwas mehr als zwei Wochen, dann erscheint der vierte Band der Schicksalsreihe. Und heute möchte ich euch auch endlich den Titel verraten. Das Buch wird Schicksalsdunkel heißen: Viele dunkle Geheimnisse tauchen in diesem Band auf, einige werden gelüftet, doch neben den Schattenstunden warten auch wundervolle Zeiten auf Teresa. Dennoch spürt sie deutlich, wie schwer es ist, ein Schlüsselträger zu sein. Diese haben immer mit der anderen Seite in sich zu kämpfen, die sie ruft und dazu lockt, weiterzugehen. Doch droht man so zu einem Gefallenen zu werden. Es wird also einiges passieren und um euch einen ersten Vorgeschmack zu geben, gibt es heute eine kleine Leseprobe.

Vielleicht ist dieser Mann auf den Bildern tatsächlich ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wenn er tatsächlich ein Hunter ist, müsste ich ihn im Hunter-Gebäude finden können. Nur ist der Trakt groß, und ich kann schlecht einfach in der Halle stehen und darauf warten, dass dieser Kerl vorbeikommt. Meine Gedanken wandern zu Ty. Er hätte mir sicher geholfen. Mein Hals schnürt sich zu. Er fehlt mir sehr, und wieder einmal wird mir klar, wie wichtig er als Freund für mich war. Kaum habe ich den Flur erreicht, in dem mein Zimmer liegt, wandern meine Augen auch schon zu Aydens Tür. Ich könnte ihn fragen, aber ich bin mir nicht sicher, ob es richtig wäre. Bei unserer letzten Begegnung hat er sich mir gegenüber geöffnet, mir alles erklärt. Er wollte uns noch mal eine Chance geben. Doch für mich kam dieser Schritt einfach zu spät. Zu viel ist zwischen uns passiert. Genau darum wollten wir uns fortan aus dem Weg gehen. Und nun stehe ich hier und will ausgerechnet ihn um Hilfe bitten? Natürlich hat er mir seine Unterstützung angeboten, aber eigentlich hatte ich sie niemals annehmen wollen. Andererseits wäre es dumm, unnötig Zeit zu verschwenden, wenn die Antwort nur ein Gespräch mit Ayden kostet. Und so stehe ich vor seiner Tür und klopfe an. Ein Teil von mir hofft fast, dass er nicht aufmacht, was ein ziemlich dämlicher Wunsch ist – immerhin müsste ich dann wiederkommen. Aber ich weiß einfach nicht, ob ich bereit bin, ihm erneut gegenüberzutreten. Im Alltag sehen wir uns meist nur kurz. Im Unterricht versuche ich, mich auf alles andere zu konzentrieren, nur nicht auf ihn. Er darf kein Teil meiner Gedanken mehr sein. Was geschieht, wenn ich nun wieder direkt vor ihm stehe, seinen Blick auf mir spüre, seine Stimme höre und seine Nähe fühle? Eigentlich will ich es gar nicht herausfinden müssen.In diesem Moment wird die Tür geöffnet. Überraschung liegt in Aydens Blick, vielleicht sogar ein wenig Unbehagen. »Teresa? Was machst du hier?«»Ich wollte dich etwas fragen«, antworte ich schnell. »Es geht um einen Hunter.« Ich hole das Bild hervor und zeige es ihm. Alles schnell hinter mich bringen, geht es mir durch den Kopf. Nicht mehr Zeit investieren als unbedingt notwendig. Mir ist klar, dass ich ihm nicht unentwegt auf die Füße starren kann, also hebe ich vorsichtig den Blick. Die grünen Augen durchdringen mich. Ayden lehnt sich gelassen in den Türrahmen und sieht dabei wieder mal so sexy aus wie ein verdammtes Model bei einem Shooting. Mein Herzschlag beschleunigt sich, als er meinen Blick sucht. Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, seitdem wir uns das letzte Mal so nahe waren, und ich hatte gehofft, er hätte mittlerweile nicht mehr diese Wirkung auf mich. Er runzelt die Stirn, dreht sich um und sagt: »Komm rein.« Ich zögere einen Augenblick und bin zugleich wütend auf mich selbst. Warum macht es mir etwas aus, in sein Zimmer zu gehen? Kann ich denn wirklich keinen normalen Umgang mit ihm haben? Ich atme noch einmal tief durch und folge ihm. Sein Zimmer ist unverändert. Das große, breite Bett fällt mir sofort ins Auge, und ich versuche, meine Gedanken im Zaum zu halten. Stattdessen schaue ich zu dem Sofa und muss mich an die Nacht erinnern, als ich darauf geschlafen habe. Auch kein besserer Gedanke …»Zeig mir noch mal das Bild«, fordert er mich auf und kommt ein Stück näher. Sofort umgibt mich sein Duft, der süß und zart nach mir ruft. Ohne etwas zu sagen, reiche ich es ihm. Einen Moment mustert er es und gibt es mir anschließend zurück. »Warum willst du wissen, wer das ist, und woher hast du dieses Foto überhaupt?«»Ich habe es bei den Sachen meiner Großtante gefunden und frage mich, warum sie es hatte. Ich vermute, dass es ein Hunter sein könnte, und dachte, du kannst mir vielleicht weiterhelfen.«Ich sehe die Mahnung in seinem Blick, dass ich mich nicht wieder in Schwierigkeiten bringen soll. Aber er antwortet mir trotzdem. »Er ist ein Hunter, und das schon seit vielen Jahren. Sein Name ist Charles Ackles. Er lebt hier in der Stadt, kommt regelmäßig ins Hunter-Gebäude und dürfte nicht schwer zu finden sein.«Der letzte Zusatz macht mich ein wenig stutzig. »Ach ja, und aus welchem Grund? Ist er ein Held?«, frage ich in ironischem Tonfall. »Das wäre er wohl gerne«, witzelt Ayden. »Nein, Charles ist schon in Ordnung. Er ist sehr gesellig, hat immer eine Geschichte parat. Wenn du ihn triffst, wirst du schnell merken, was ich meine.«»Weißt du, ob meine Großtante und er gemeinsame Einsätze hatten?«, hake ich weiter nach. Doch Ayden schüttelt den Kopf. »Dazu kann ich nichts sagen.«Ich nicke. Natürlich nicht. Angelegenheiten der Hunter gehen die Schüler nichts an. Plötzlich legt Ayden seine Hand an meine Wange. Er hebt mein Kinn an, sodass ich ihn anschauen muss. Ganz kurz streichen seine Finger über meine Haut, sein Blick ist so intensiv, so faszinierend, dass mir für einen Moment der Atem stockt. Auf der Stelle zieht er die Hand wieder zurück – es wirkt fast so, als hätte er sich verbrannt. »Tut mir leid«, murmelt er. Ich nicke nur. Ja, diese Vertrautheit darf es zwischen uns nicht mehr geben. Ich weiß es. Ich wollte es so – und trotzdem kommt es mir gerade vor, als hätte ich etwas Wichtiges, das ich zum Leben brauche, verloren. Wann wird dieses Gefühl nur aufhören? Wann wird mein Herz aufhören, sich nach ihm zu sehnen und sich eine Zukunft auszumalen, die es nicht geben wird? Ich habe mich entschieden und ich weiß, dass es richtig war. »Ich habe das nicht gesagt, um dir irgendetwas vorzuenthalten. Ich kenne die Antwort auf deine Frage wirklich nicht«, sagt er und reißt mich aus meinen Gedanken. »Als ich zu den Huntern gekommen bin, war Frida schon nicht mehr dort. Ich habe auch nie irgendetwas über sie gehört und kann nicht sagen, ob Charles und sie sich kannten.«Seine Antwort beruhigt mich etwas und ich glaube ihm. »Danke«, sage ich und meine es auch so. Kurz sehen wir einander noch mal an. Seine Augen sind mir so vertraut, ich scheine jede Nuance dieses Grüns zu kennen und habe es tief in mich aufgenommen. Und dort soll dieses Bild auch bleiben. Tief in mir verschlossen. »Ich kann dir Bescheid geben, wenn er wieder hier ist«, bietet Ayden an, und ich nicke dankbar. Nachdem ich nun eine Antwort habe, will ich nur noch weg. Es ist, als würde mir seine Nähe die Luft zum Atmen nehmen. Ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht, und ich will nur aus diesem Zimmer raus. »Danke noch mal«, sage ich und gehe zur Tür. Ayden folgt mir. »Bis bald.« Es klingt so unverfänglich, so normal und zugleich so nichtssagend, als wäre nie etwas zwischen uns vorgefallen. Aber das ist der Weg, den wir gehen müssen, um irgendwann miteinander klarzukommen. Ich wage es nicht mehr, über die Schulter zu sehen, gehe schnurstracks zu meinem Zimmer und schließe auf. Es kostet mich Kraft, einfach einzutreten und die Tür hinter mir zu schließen, aber es ist das Beste so. Er ist jetzt jemand, den ich kenne, ein Schulkamerad, nicht mehr.

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Neues von mir

In letzter Zeit bin ich leider nicht ganz so oft dazu gekommen, etwas zu posten und in den sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Das hat allerdings einen ganz bestimmten, wundervollen Grund: Ich bin schwanger!
Mein Mann, meine zwei Kinder und ich freuen uns natürlich wahnsinnig auf das Kleine. Mittlerweile bin ich in der 13. Woche und mir geht es soweit ganz gut. Die Müdigkeit und die ständige Erschöpfung zehren zwar etwas an den Kräften, aber immerhin war mir nicht ganz so schlecht, wie in der letzten Schwangerschaft. Ich freue mich schon sehr auf die kommende Zeit und vor allem darauf, wenn ich die ersten Bewegungen fühlen kann. Das ist immer so ein besonderer Moment.

Update Feiy – Reihe

Auch wenn man sich vorher viele Gedanken macht, alles genau durchplant und voller Tatendrang steckt, kommt es eben manchmal anders als gedacht. So wie in diesem Fall.
Eigentlich sollte die komplette Feiy - Reihe mit neuen Covern und Klappentexten am 01.12 an den Start gehen. Doch leider musste die Grafikerin ins Krankenhaus und konnte das Projekt nicht weitermachen. Aber eine Lösung ist mittlerweile gefunden, nur verzögert sich die Veröffentlichung nun etwas. Die Buchreihe wird aber ab dem 01.01.2021 wieder erhältlich sein.
Und als kleines Trostpflaster möchte ich euch heute das Cover vom ersten Band schon mal vorstellen. Na, wie gefällt es euch? 

 

 

Nur für kurze Zeit Seelenlos Band 1 – kostenlos


Ich hoffe, ihr freut euch schon aufs Wochenende und könnt die freie Zeit ein wenig genießen. Vielleicht macht ihr es euch mit einem Buch auf dem Sofa gemütlich? Dafür hätte ich etwas für euch: Bis einschließlich Montag, den 02.11 könnt ihr Seelenlos – Splitterglanz: Band 1 kostenlos auf Amazon bekommen. Wenn das mal keine Nachrichten sind. 😉 Ich wünsche euch wundervolle Lesestunden und eine gute Zeit.

Relaunch Feiy – Reihe

Einige von euch haben es bereits mitbekommen: Die Feiy Reihe ist plötzlich nicht mehr erhältlich. Das hat auch einen ganz bestimmten Grund. Ich habe mich vor einiger Zeit vom Verlag getrennt, weshalb die komplette Reihe nun einen Relaunch erhält.
Sprich es wird neue Cover und Klappentexte geben.
Ich habe bereits eine ganz wundervolle Grafikerin gefunden, die sich den Büchern annimmt und freue mich schon unheimlich auf ihre Ideen.
Natürlich werde ich euch die Cover sowie die neuen Klappentexte vorstellen. Am 01.12 werden die Bücher wieder verfügbar sein. Es dauert also nicht mehr lang. Wer bis dahin nicht warten möchte, kann die Ebooks direkt über mich bekommen. Allerdings sind die Cover dann noch die alten.

Schicksalsfeuer ab sofort erhältlich

Heute ist es soweit: Schicksalsfeuer: Band 3 ist ab sofort als Ebook und Taschenbuch auf Amazon erhältlich. Ich freue mich riesig und ich hoffe, euch geht es genauso. Nun könnt ihr erfahren, wie es mit Teresa, Ayden und Noah weitergeht. Und so viel kann ich euch verraten: Es wird einiges passieren. Jemand ist hinter Teresa her. Nur aus welchem Grund? Haben vielleicht die Bilder ihrer Großtante etwas damit zu tun? Teresa trifft eine Entscheidung, die alles verändern wird, Ayden lässt endlich hinter seine Maske blicken und auch Noah macht einen Schritt auf Teresa zu.

Nächste Leseprobe

Morgen ist es soweit. Ich bin schon sooo gespannt, wie euch der dritte Teil der Schicksalsreihe gefallen wird. Um euch die Wartezeit noch ein wenig zu versüßen, gibt es heute eine weitere Leseprobe. Ich liebe diese Szene!!

Ich strecke mich müde, als die Stunde zu Ende ist, und packe anschließend meine Sachen zusammen. Von überall strömen Schüler mit ihren Schlüsselgeistern herbei, der Gang ist in Sekundenschnelle gefüllt und gleicht einem seltsam anmutenden Zoo. An den Anblick habe ich mich längst gewöhnt. Gemeinsam mit Lucia und Max schließe ich mich dem Strom an und wir gehen zur nächsten Stunde. »Ich wollte eigentlich am Wochenende auf die Party bei Liz«, berichtet Max. »Meine Eltern stellen sich allerdings stur, weil die letzte Feier bei ihr etwas außer Kontrolle geraten ist. Wie sieht es bei dir aus, Lucia? Gehst du hin?«Lucias Antwort klingt irgendwie dumpf in meinen Ohren, dafür werden alle anderen Geräusche um mich herum immer lauter. Überall sind Schritte, deren Vibrationen ich in jeder Nervenfaser spüren kann. Die vielen Stimmen vermischen sich zu einer Kakofonie, aus der ich kein einziges Wort mehr herausfiltern kann. Es wird zu einem unermesslichen Rauschen, einem einzigen, alles zerreißenden Geräusch, das mir in den Ohren dröhnt und meinen Kopf zu sprengen droht. Ich bleibe stehen, versuche, meine Ohren irgendwie zu schützen, aber es will mir nicht gelingen. Lucia und Max blicken mich fragend an. Ich sehe, wie sich ihre Münder öffnen, aber ihre Worte vermischen sich nur mit all den anderen Geräuschen und schrauben sich zu einem lauten Surren hoch. Mir wird schwindelig, alles dreht sich vor meinen Augen. Kleine Lichtblitze zucken auf, alles wird so hell, dass es schmerzt. Und da sehe ich sie: Die unzähligen goldenen Fäden, die aus den Körpern der Personen kommen und hinter ihnen durch die Luft schwirren. Ihr Schimmern ist unbeschreiblich, atemberaubend und zugleich beängstigend. Sie alle sind unterschiedlich lang, und ich weiß, was es bedeutet. Ich kann sehen, wie viel Lebenszeit jedem Einzelnen noch bleibt. Das Leuchten der Fäden ist so intensiv, dass es in den Augen schmerzt. Und selbst, als ich sie schließe, scheint sich ihr Schimmern zu mir hindurchzufressen. Es tut so weh. Die Lichter, die Geräusche … ich kann es nicht ertragen. Ich spüre Hände auf mir, die mich schütteln, aber es nützt alles nichts. Es hört einfach nicht auf. Und plötzlich werde ich hochgehoben. Meine Füße verlieren den Kontakt zum Boden und ich werde weggetragen. Wohin auch immer, es spielt keine Rolle. Ich will nur von den Fäden fort und dieses laute Hämmern in meinem Kopf nicht mehr spüren müssen. Ich kann nicht sagen, wie lange wir laufen, geschweige denn wohin. Es ist mir auch vollkommen gleichgültig. Gerade ist mir alles egal.Das Summen wird langsam leiser. Die Schmerzen lassen ein ganz klein wenig nach, und allein das ist bereits die pure Erleichterung. Wir halten kurz an, dann gehen wir weiter, aber nur ein kurzes Stück. Plötzlich legen die Hände sich an meine Wangen, so zärtlich, so erlösend, dass mir Tränen in die Augen treten. »Versuch, dich auf meine Stimme zu konzentrieren«, dringen die Worte zu mir durch. »So ist es gut. Bleib ganz ruhig.« Ayden. Er hat mich also gefunden. Am liebsten würde ich sofort aufspringen, auf seine Hilfe verzichten und selbst stark sein. Aber seine Nähe scheint im Moment das Einzige zu sein, das mich aus dem Abgrund herauszuziehen vermag. »Es wird sicher gleich besser«, fährt er fort. »Ich habe dich in ein leeres Klassenzimmer gebracht. Hier bist du nicht so vielen Fäden ausgesetzt.«Ich weiß, dass er mit seiner Einschätzung richtigliegt. Diese Menge an Fäden war einfach zu viel auf einmal. Ich atme tief durch, öffne langsam die Lider und sehe in die wundervollsten grünen Augen dieser Welt. Für einen Moment vergesse ich zu atmen, tauche einfach nur in dieses Meer aus funkelnden Grüntönen ein, das so verheißungsvoll strahlt, und lasse mich davontreiben. Die Anspannung verfliegt und macht anderen Gefühlen Platz, die ich gerade gar nicht gebrauchen kann. Der Umstand, dass wir uns direkt gegenüberstehen und meine Hände auf seiner Brust liegen, macht es nicht gerade besser. Wie sind sie da überhaupt hingekommen? Kurz überlege ich, sie von ihm zu nehmen, aber dieser Gedanke verfliegt nach dem Bruchteil einer Sekunde. Warum sollte ich seine Nähe nicht einen Augenblick genießen dürfen? Nur bis ich mich wieder vollständig gesammelt habe.»Geht es wieder?«, fragt er, und sein Atem tanzt dabei über meine Haut. Ich nicke. »Ja, danke.«»Gut. Ich habe mir wirklich Sorgen um dich gemacht. Wie du da plötzlich im Flur standest, die Hände über den Ohren, die Augen geschlossen und dann dieser Schrei.« Er streckt die rechte Hand nach mir aus und streicht mir sanft eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ganz kurz lässt er seine Finger dabei auch über meine Wange tanzen, und ich fühle ein Kribbeln ganz tief in mir. Ich habe also geschrien. Daran kann ich mich nicht erinnern. Alles war so laut, dass ich kein Geräusch mehr heraushören konnte. »Ich bin froh, dass es dir wieder besser geht«, haucht er und löst schließlich den Blick von mir. Und damit verfliegt der Zauber des Moments. »Ich denke nicht, dass irgendwer mitbekommen hat, was mit dir los war. Falls jemand fragen sollte, sagst du einfach, du hättest Bauchkrämpfe oder so etwas gehabt. Das werden sie schon glauben und keine weiteren Fragen stellen.«Ich schlucke schwer. Darum geht es ihm also? Er will nur sicherstellen, dass niemand merkt, was tatsächlich geschehen ist? Keiner soll herausfinden, welche Gabe in mir ruht? Natürlich, denn sonst würden sie auch von den Göttinnen erfahren, und das darf nicht geschehen. Aus diesem Grund war er sofort zur Stelle und hat mich weggebracht. »Wie geht es dir überhaupt? Seit dem Angriff auf dich haben wir kaum miteinander gesprochen. Es war sicher ein Schock für dich, als wir Grace gefunden haben.« Er sieht mich wieder mit diesem Blick an, der so gewaltig, so fesselnd und faszinierend ist. Aber auch gefährlich, denn Ayden ist sich absolut darüber im Klaren, wie er ihn nutzen kann. Ich zucke mit den Schultern. »Ich schaffe das schon.« Meine Stimme klingt kühl und abgeklärt. Auf seiner Stirn erscheinen ein paar Furchen und seine Lippen werden eine Spur schmaler. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass seine Laune sinkt. »Ich werde nie begreifen, warum du ständig alles mit dir alleine ausmachen willst.«»Das fragst du nicht wirklich?«, knurre ich leise und kann zu meiner Verwunderung sehen, wie ihn meine Worte treffen. Er atmet tief ein und streicht sich durchs Haar. »Ty hat erzählt, dass er sich gestern mit dir und deiner Freundin Kate getroffen hat.«Ich bin ein wenig verwundert über diesen Themenwechsel und frage mich, was jetzt kommt. »Er hat auch gesagt, dass Vicky aufgetaucht ist und – sagen wir es mal so – nicht gerade für die beste Stimmung gesorgt hat.«»Das ist ausgesprochen nett formuliert«, berichtige ich ihn. »Sie hat Kate beleidigt und sich wie die Axt im Walde aufgeführt. Am schlimmsten ist aber, dass Ty kaum etwas unternommen hat, um sie aufzuhalten. Wieder mal darf sie sagen und tun, was sie will, ohne dass irgendjemand Anstoß daran nimmt.«»So ist das nicht«, sagt er und funkelt mich wütend an. »Ty hat ihr sehr wohl den Kopf gewaschen. Darum ist sie gerade auch ein wenig sauer auf ihn. Ty macht sich ziemliche Vorwürfe. Auf jeden Fall möchte er noch mal mit Kate sprechen und ihr die Sache erklären.«»Und das sollst du nun über mich einfädeln?«, will ich wissen. »Ich habe keine Ahnung, ob Kate überhaupt mit ihm sprechen will, und ich überrede sie auch bestimmt nicht dazu.«Wieder dieses genervte Schnauben. Offenbar findet er die Unterhaltung alles andere als angenehm, und mir geht es da nicht anders.»Wenn sich jemand entschuldigen sollte, dann ist es Vicky. Aber das wird niemals geschehen. Für sie sind Kate und ich unter ihrer Würde.«»Das stimmt so nicht«, erwidert er. »Sie macht sich einfach nur ihre Gedanken, das ist alles.«»Und wieder nimmst du sie in Schutz«, seufze ich. »Aber gut, ich habe alles gehört und werde es Kate ausrichten.« Damit drehe ich mich um und will zur Tür gehen, als er mich am Arm festhält und zu sich zurückzieht. »Verdammt noch mal, Tess!« Es ist ziemlich unüblich für ihn, dass er meinen Spitznamen benutzt. Erneut steht er genau vor mir. Ich bin ihm so nahe, dass ich seinen Duft riechen und die Wärme seiner Haut spüren kann. »Warum musst du es mir immer so verdammt schwer machen?«, zischt er mit einem dumpfen Klang in der Stimme. »Du hast mir einen solchen Schrecken eingejagt. Dich auf dem Flur so zu sehen …« Sein Blick verdunkelt sich, Angst und Sorge liegen darin und noch etwas anderes, das so anziehend, so verdammt sexy ist, dass ich schlucken muss. »Ich will nicht, dass dir irgendetwas geschieht. In der letzten Zeit hast du eindeutig zu viel durchmachen müssen.« Seine Finger legen sich auf meine Wange. Es fühlt sich plötzlich so richtig an, wie sie auf meiner Haut entlangstreichen und ein Feuer in mir entfachen, das nicht mit Worten zu beschreiben ist. Ein Kribbeln rieselt mein Rückgrat hinab und wandert weiter in meinen Körper, immer tiefer, wo es zu einem unsteten Pochen wird. Sein Atem streicht über meine Lippen, ist so süß, dass ich am liebsten mehr davon schmecken will. »Tess«, sagt er erneut und ich schaue ihm genau in die tiefgrünen Augen, in denen gerade ein Sturm zu toben scheint, von dem ich mich nur zu gerne mitreißen lassen würde. Meine Hände legen sich wie automatisch auf seinen Bauch, wandern höher und spüren die festen Muskeln. Mein Atem kommt nur noch stoßweise, dabei ist noch gar nichts geschehen. Noch nicht. Aber verdammt, ich will es so sehr und darf es eigentlich nicht. Nicht mit Ayden – nicht ausgerechnet mit ihm. Seine Linke fährt durch mein Haar, hält meinen Kopf fest und zieht ihn langsam zu sich heran. Ich strecke mich ein wenig, sehe nur noch ihn: seine Augen, die mich um den Verstand bringen, sein wundervolles Gesicht, um das ihn jedes Model beneiden würde, und diese atemberaubenden Lippen, die ich spüren will. Meine Hände liegen mittlerweile auf seiner Hüfte und bahnen sich den Weg unter sein Shirt. Weiche, feste Haut, über die nun ein leichtes Schaudern läuft. »Du machst mich wirklich wahnsinnig, weißt du das?«, raunt er. Ich weiß nicht mehr, was ich denken oder fühlen soll. Alles in mir ist in Aufruhr und kennt nur einen Gedanken: Ayden. Ich schließe die Augen, während er mich näher zu sich zieht, ich schlucke schwer und öffne zugleich erwartungsvoll ein wenig den Mund. Oh, verdammt ich will es so sehr.

Neue Leseprobe

Heute gibt es eine neue Textstelle. Etwas kürzer dieses Mal, aber dafür hat sie es in sich. Denn Teresas Gefühl, bewahreitet sich. Jemand ist hinter ihr her.

Das ist das Ende, geht es mir durch den Kopf. Das werde ich nicht überleben. Mir ist schlecht und ich kann mich nicht rühren. Vorsichtig bewege ich den Kopf, mein Sichtfeld schwankt, aber ich kann immerhin ein klein wenig erkennen. Irgendetwas sitzt neben mir. Sofort versuche ich, davon wegzurutschen, gebe einen entsetzten Laut von mir. Da spüre ich auch schon eine warme, weiche Schnauze, die mich anstupst. Ein so vertrautes Gefühl. »Yoru!« Mein kleiner Fuchs schmiegt sich an mich. Mit zitternden Händen fasse ich mir an den Kopf und spüre eine ziemlich große Beule und etwas Nasses. Ich gehe stark davon aus, dass es Blut ist. Vorsichtig schaue ich mich um, von dem Angreifer ist nichts mehr zu sehen. Allein diese Bewegung kostet mich so viel Kraft, dass ich mich erst mal wieder erschöpft auf den Boden zurücksinken lassen muss. Ich bleibe eine Weile dort liegen, auch wenn mir klar ist, dass ich so schnell wie möglich von hier fortmuss. Zuerst muss der Schwindel aufhören. Ich schließe die Augen und versuche, mich zu beruhigen. In meinem Kopf hämmert es. Es fühlt sich an, als wollte er zerspringen. So liege ich einfach nur ruhig da und atme gleichmäßig. Nach einer ganzen Weile starte ich einen erneuten Versuch. Dieses Mal geht es schon deutlich besser und es gelingt mir immerhin, mich aufzusetzen. In dieser neuen Position muss ich wieder verharren, bis ich genug Kraft habe, um mich weiter vorzuwagen. Ich ziehe mich an der Wand neben mir in die Höhe. Mir wird schwindelig, ich beiße die Zähne zusammen und warte. Yoru schaut mich besorgt an, aber allein die Tatsache, dass ich dies erkennen kann, erleichtert mich ungemein. Endlich erkenne ich auch, wo ich mich befinde. Der Angreifer scheint mich von der Straße in eine kleine Gasse gezerrt zu haben. Wenn Yoru nicht gekommen wäre, hätte ich hier wohl mein Leben verloren. Mir fallen wieder die glänzenden Zähne ein, mit denen er mich zerreißen wollte. Seit wann greifen Noctu mitten auf der Straße an?! Das alles macht keinen Sinn, aber ich verstehe im Augenblick ohnehin kaum etwas. Die Tasche mit den Bildern liegt wenige Meter von mir entfernt auf dem Boden. Ich greife sie und verstecke sie hinter ein paar Mülltonnen. Im Augenblick kann ich sie nicht tragen, ich werde sie also hierlassen und so bald wie möglich wiederholen müssen. Ich hoffe inständig, dass die Bilder hier sicher sind. Aber was habe ich schon für eine Wahl?Zur Schule ist es nicht mehr weit, darum komme ich wohl gar nicht auf die Idee, irgendwen mit dem Handy anzurufen. Meine Mutter würde ewig brauchen, bis sie hier ist. Schwerfällig schleppe ich mich zur Schule zurück. Immer wieder sehe ich mich ängstlich um, aber zum Glück scheint Yoru den Angreifer tatsächlich vertrieben zu haben. Es wundert mich etwas, denn Yoru kann sich ohne Odeon nicht verwandeln. Es ist ihm also gelungen, mich in seiner normalen Form zu beschützen. Hätte er so tatsächlich eine Chance gegen einen Noctu gehabt? Ich fasse mir erneut an den Kopf und fühle die Beule. Es wurde keine Magie benutzt, nur brachiale Gewalt. Auch das ist untypisch für die Noctu. Kann es etwa sein, dass ich einfach nur überfallen worden bin? Aber die blitzenden Zähne … Waren sie vielleicht in Wirklichkeit ein Messer? Doch weshalb der Angriff? Ich bin mir sicher, dass man mich töten wollte. Nur weshalb? Mein Portemonnaie ist noch da, und ich sehe sicher nicht so aus, als würde ich Reichtümer mit mir herumschleppen. Und da kommen mir die Bilder in den Sinn. Das Einzige, das ich bei mir hatte, das vielleicht von wert ist. Aber warum? Weshalb sollte jemand die Gemälde haben wollen? Das alles macht keinen Sinn, und das Denken fällt mir gerade ohnehin so schwer. Ich bin unendlich froh, als das Schulgebäude vor mir auftaucht. Erschöpft und vollkommen ausgelaugt, schleppe ich mich auf die Krankenstation.